Deutscher Gewerkschaftsbund

Internet macht gleich(berechtigt)

Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern sind noch längst nicht Realität. Es ist noch nicht allzulange her, da blieb das Wahlrecht noch ausschließlich Männern vorbehalten. Die Digitalisierung - genauer: das Internet, seine Ausbreitung und Beschleunigung, treiben die Geschlechtergerechtigkeit jedoch kräftig voran, so neueste Erkenntnisse. Doch hier gibt es einiges zu beachten.

Frau mit Laptop sitzt auf dem Boden

DGB/bowie15/123rf.com

Mit dem Internet vier Jahrzehnte überspringen

Mit Hilfe digitaler Medien könnte die Gleichstellung von Frauen und Männern in entwickelten Ländern 25 Jahre früher erreicht werden. In sogenannten Entwicklungsländern sogar 40 Jahre! Dazu müssen die jeweiligen Länder jedoch dafür sorgen, dass Frauen doppelt so schnell ausgeprägte "digitale Kompetenzen" erwerben können und ihnen somit Zugang zu Bildungs- und Arbeitsmarkt erleichtern.

"Digital Fluency" als Motor der Gleichstellung

Eine Studie hat hierzu fast 5000 Frauen und Männer aus über 30 Ländern und aus den Generationen der Babyboomer, Golf und Y befragt. Sowohl erwerbstätige als auch nicht erwerbstätige Frauen wurden in der Analyse berücksichtigt. In die Untersuchung flossen zusätzlich Daten darüber ein, wie weit das Internet im jeweiligen Land überhaupt verbreitet ist und wie intensiv es auch genutzt wird.

Die zentralen Aspekte waren hierbei

  • Bildungsgrad
  • Erwerbstätigkeit
  • Karrierestufe und die
  • Nutzung digitaler Medien im Alltag.

Je digitaler desto gleichgestellter

Werden die Daten miteinander in Verbindung gebracht, kommt die Forschung zu dem Schluss: Je intensiver Frauen mit digitalen Medien arbeiten und das - gut ausgebaute - Internet zu nutzen wissen, desto deutlicher schmilzt der Karrierevorsprung von Männern in diesen Ländern.

Digitalisierung und Flexiblität

Dieser Vorsprung verringert sich maßgeblich dadurch, dass Frauen durch digitale Medien und das Internet einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Auch Karrieresprünge würden sich dadurch erleichtern, da sich Frauen effektiver vernetzen können. Gleichwohl spielt wohl der Faktor der flexiblen Arbeitsgestaltung gerade für Frauen eine wichtige Rolle: So können sie ihre Arbeitszeiten und -volumen mithilfe digitaler Tools (z. B. Home Office) bedarfsgerechter einteilen. Stichwort Vereinbarkeit!

Das ABER

So sehr Digitalisierung zur Gleichstellung beiträgt, so wird in der Erhebung auch deutlich: Alte Rollenbilder sind auch in jüngeren Generationen deutlich verfestigt. Dass gerade Frauen von besserer Vereinbarkeit durch Online-Medien profitieren, weist auf ihre Identifikation als Mutter hin. Auch scheint sich in der vorherrschenden Verteilung der Einkommen in Paarhaushalten über die Generationen hinweg nicht viel zu verändern. Männer sind in der Generation Y immer noch vorrangig die Familienernährer, auch wenn Frauen bessere Aufstiegschancen erzielen können. Schon in der Berufswahl kann hier entgegen gewirkt werden!

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