Deutscher Gewerkschaftsbund

"Bildet Banden! Dein ♀-Power-Netzwerktag" - So war's...

Eindrücke, Fotos und ein Bericht

Teaser Netzwerktag

Am 16. November 2019 stand im Space Shack in Berlin alles unter dem Motto „Bildet Banden!“: Sich füreinander stark machen und solidarisch sein – unter Frauen.

In Workshops zu unterschiedlichen Themen konnten die Teilnehmer_innen gemeinsam Neues lernen und sich gegenseitig austauschen: Finanzen, Berufseinstieg, Netzwerken, Partnerschaftlichkeit, Empowerment und vieles mehr.

Außerdem wollten wir die Bedürfnisse und gleichstellungspolitischen Forderungen von jungen Frauen zusammentragen und direkt an die Politik weitergeben. Junge Politikerinnen der Parteien waren da, um den Teilnehmer_innen zuzuhören. Vor allem junge Frauen waren eingeladen zum Netzwerken, Bandenbilden und Stärke zeigen.

Im "WILA Arbeitsmarkt"-Newsletter erschien ein Bericht vom Netzwerktag:

Netzwerktag "Bildet Banden!"

DGB/Anne Freitag

Strategisch netzwerken: Der Netzwerktag des DGB-Projekt „Was verdient die Frau?“ Mitte November stand unter dem Motto „Bildet Banden!“. Fazit: junge Frauen sollten sich füreinander stark machen und solidarisieren. Ein Bericht aus Berlin.

von Sarah Kröger, zuerst erschienen im WILA Arbeitsmarkt (www.wila-arbeitsmarkt.de)


Der Name „Bildet Banden“ war Programm: Gleich am Eingang des Gebäudes wurde ich von Teilnehmerinnen freundlich begrüßt. Diese offene Haltung zog sich durch den gesamten Netzwerktag, es gab fast keine Chance für mich, einsam mit einem Kaffee irgendwo herum zu stehen. Ständig wurde ich von netten Gesprächspartnerinnen angesprochen und in eine Unterhaltung verwickelt – obwohl ich sonst eher der Small-Talk-Muffel bin.

Trotz anfänglicher Technik Technik-Probleme ließ sich das Organisations-Team und die Moderation nicht die gute Laune verderben. Zu Beginn begrüßte die Projektleiterin Laura Rauschnick das Publikum, das vor allem weiblich war, ansonsten aber ganz unterschiedliche berufliche Hintergründe und Erfahrungen mit sich brachte. Dann kündigte sie Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bundesvorstands, als erste „Bandenvertreterin“ an. Diese sprach darüber, wie wichtig die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen ist – ein Mann sei schließlich keine Altersvorsorge. Leider ist Altersarmut vor allem immer noch weiblich, die Rente von Frauen nur circa halb so hoch wie die der Männer. Oft arbeiten Frauen zu Dumpinglöhnen in unfreiwilliger Teilzeit. Die DGB Frauen setzen sich dafür ein, dass sich das ändert - und wir Zuhörerinnen sollen das auch. Das geht am besten, indem wir zusammenhalten und Banden bilden.

Abends auch mal netzwerken

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, erzählte in ihrem Grußwort von ihren persönlichen Erfahrungen im Job. Sie beschrieb wie neben ihr Männer verbeamtet und befördert wurden, ohne die entsprechenden Voraussetzungen für den Job zu haben, sie aber auf ihrer Position blieb. Ihre Botschaft an die Frauen im Publikum war: Seid hartnäckig und „nervt“ ruhig auch einmal, thematisiert immer wieder eure Anliegen. Sie forderte dazu auf, dass Frauen sich mehr im beruflichen Kontext unterstützen sollten, selbst wenn sie nicht einer Meinung sind.

Das Highlight des Tages war meiner Meinung nach das darauffolgende Panel: Delara Burkhardt (SPD), Gyde Jensen (FDP), Doris Achelwilm (DIE LINKE), Jenna Behrends (CDU), Laura Wahl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Staatssekretärin Juliane Seifert gaben Tipps zum Netzwerken. Viele der Politikerinnen waren in ihren Zwanzigern und fanden, dass die Ansichten von jungen Leuten in der Politik zu wenig repräsentiert werden. Jenna Behrends berichtet, wie schwer es als Frau in der Bezirksverordnetenversammlung ist, gehört zu werden: Sie muss immer sehr gut inhaltlich vorbereitet sein, damit ihre Vorschläge auch aufgenommen werden. Delara Burkhardt erzählt, wie sie bei Sitzungen oft noch für die Praktikantin gehalten wird. Staatssekretärin Juliane Seifert ruft dazu auf: „Seid weniger Fleißbienchen und wälzt nicht nur Akten, sondern geht abends auch mal auf ein Netzwerktreffen. Das gehört zum Job dazu.“ Die Politikerinnen sind sich einig: Wenn Frauen zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen, kann nur Gutes entstehen. Zum Schluss durften wir uns noch etwas bewegen, und jede ihre bevorzugte Superhelden-Position einnehmen. Das war lustig und gab Schwung für das Netzwerken in der Mittagspause.

Nach einer ausgedehnten geselligen Essenspause gab es Workshop-Angebote zu ganz unterschiedlichen Themen wie Finanzen, Netzwerken, Strategien gegen Rassismus und Antifeminismus oder Stressbewältigung im Job. Die Workshops gaben nicht nur Input zu den Themen, sondern es wurde ganz praktisch an Beispielen und in Gruppen gearbeitet. Am Ende gingen wir mit neuen Konzepten und Ideen, praktischen Tipps für unseren beruflichen Alltag und vielen neuen Kontakten aus den zwei Workshop-Phasen heraus. Bei Musik und Snacks konnten wir den Abend ausklingen lassen. Ein inspirierender Tag, durch den ich persönlich wieder mehr Lust auf Netzwerken bekommen habe.

Hier gibt es jede Menge Fotos zur Erinnerung, wie stark und lebendig wir miteinander genetzwerkt haben:
(klick auf das Bild für eine größere Ansicht)

Und hier findet ihr noch das Programm des Netzwerktages:

Interview