Deutscher Gewerkschaftsbund

Homeoffice mit Kind: es ist hart, aber so kann es gelingen – auch ohne kompletten Nervenzusammenbruch

Gastbeitrag von Luisa Hanke

Luisa Hanke

DGB / Sarah Russ

Aktuell stehen Eltern in Deutschland kollektiv vor einer noch nie dagewesenen Herausforderung: sie müssen Kinderbetreuung und Arbeit ohne Unterstützung von außen miteinander vereinbaren. Eine absolute Mammutaufgabe. Damit die Arbeit gelingt, unsere Nerven stark und der Haussegen erhalten bleiben, teile ich meine Tipps und Erfahrungen aus 6 Jahren Homeoffice.

Als alleinerziehende Mutter habe ich erfolgreich Homeoffice in meinem Masterstudium, der Festanstellung und meiner Selbstständigkeit genutzt – auch wenn meine Tochter dabei wochenlang wegen fehlender Betreuung zu Hause war. Mit diesem Artikel möchte ich Eltern Mut machen, sich eine passende Struktur für Kinderbetreuung und Arbeit zu schaffen.

1) Das passende Arbeitsmodell: Jetzt mehr denn je auf die eigenen Energiereserven und Bedürfnisse achten.

Ich empfehle allen Eltern in dieser Ausnahmesituation einen Erwartungscheck zu machen und ganz bewusst zu reflektieren, ob ihr Arbeitspensum für die aktuelle Situation angemessen ist. Meiner Erfahrung nach ist nichts Kräftezehrender als Erwartungen, die permanent nicht erfüllt werden und täglich neuen Druck und Stress in uns auslösen. Mit meiner siebenjährigen Tochter komme ich als Alleinerziehende an guten Tagen – inklusive Medienzeit – auf 7 Arbeitsstunden. Wenn ich selbst erschöpft bin oder sie mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht, sind es in der Regel nur 5 Arbeitsstunden. Plant solche Minusstunden mit ein und besprecht mit euren Partner*innen wie ihr euch unterstützen könnt und mit euren Arbeitgeber*innen und Teams welche Aufgaben in dieser Zeit entsprechend aufgeschoben oder neu verteilt werden können. So schafft ihr Klarheit und nehmt euch den Druck täglich mehr zu leisten als wirklich machbar ist. Die kommenden Wochen werden für uns ein Marathon und wir müssen mit unseren Kräften gut haushalten.

Die Struktur, die ihr euch in den kommenden Wochen schafft, ist ausschlaggebend für den Erfolg eurer Arbeit und euer Wohlergehen. Ich appelliere an alle Eltern, die das Privileg haben eine*n Partner*in an ihrer Seite zu haben, Betreuungs- und Hausarbeit noch gleichberechtigter aufzuteilen. Noch immer ist es in Deutschland so, dass erwerbstätige Mütter den Großteil der Haus- und Carearbeit übernehmen. Die aktuellen Herausforderungen sind eine gute Gelegenheit, um eine gleichberechtigte Einteilung einzufordern und so die Geschlechterrollen neu zu gestalten. Indem wir Väter gleichberechtigter in die Betreuungs- und Hausarbeit einbeziehen, stärken wir Mütter langfristig für die Berufswelt und schaffen eine Gesellschaft mit mehr Gleichstellung. Also prüft noch einmal wie gleichberechtigt ihr Aufgaben aufteilt, sprecht darüber und entwerft gegebenenfalls einen neuen Arbeits- und Betreuungsplan.

2) Schafft euch euer individuelles Arbeitszeit- und Betreuungskonto:

Idealerweise schafft ihr euch einen Überblick über eure Arbeits- und Betreuungszeiten, indem ihr eine Art Stundenplan mit folgenden vier Kategorien und den jeweiligen Tageszeiten aufsetzt: 1) Wann sind die Schlafzeiten der Kinder? 2) Wann werden die Kinder von den Partner*innen betreut? 3) Wann betreut ihr selbst die Kinder? 4) Wann haben die Kinder wie lange Medienzeit? Überlegt euch bei den Medienzeiten, wann eure Kinder gut darauf reagieren oder wann sie eher quengelig werden und die Medienzeit in einem Desaster enden würde.

Füllt die vier Spalten nach euren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten aus und beachtet dabei auch folgende Punkte:

  • Wie gleichberechtigt teilt ihr die Betreuungs- und Erwerbsarbeitszeit auf?
  • Wechselt ihr euch stundenweise ab, sodass ein Elternteil während der ersten Tageshälfte und der andere Elternteil während der Zweiten arbeiten kann?
  • Übernehmt ihr lieber tageweise abwechselnd die Kinderbetreuung, sodass jeweils ein Elternteil einen vollen Tag durcharbeiten kann?
  • Welches Modell ist effektiver und Nervenschonender für euch?
  • Wie könnt ihr so viel Fokusarbeitszeit wie möglich in euren Tag einbauen um konzentriert und effizient zu arbeiten?
  • Welche Aufgaben brauchen Fokus und ungestörtes Arbeiten?
  • Welche Aufgaben brauchen weniger Fokus und können auch mit Kindern effektiv abgearbeitet werden?Welche Tageszeiten könnt ihr jeweils gut zum Arbeiten nutzen?

3) Schlafzeiten der Kinder nutzen:

Je weniger Betreuung ihr abgeben könnt, desto mehr Arbeitszeit müsst ihr einplanen, in denen das Unterbrechungsrisiko sehr hoch ist. Deshalb empfehle ich, die Schlafzeiten der Kinder optimal zu nutzen und offen dafür zu sein, auch früh morgens oder abends zu arbeiten, um mindestens auf drei Stunden Fokusarbeitszeit am Tag zu kommen. Ich persönlich habe in den ersten vier Lebensjahren meiner Tochter, als sie zuverlässig früh ins Bett ging, abends von 20 bis 24 Uhr zusätzlich ungestörte Arbeitszeit gehabt. Das hat gut mit meinem damaligen Biorhythmus harmoniert da ich es gewohnt war bis spät in die Nacht zu arbeiten. In den letzten drei Jahren wurde es immer schwieriger meine Tochter früh zum Schlafen zu bringen. Dafür schläft sie nun morgens zuverlässig bis 8 Uhr. Also sitze ich entsprechend früh um 4:30 Uhr mit meinem ersten Kaffee am Schreibtisch. Ich genieße diese Arbeitszeit sehr, denn ich bin vollkommen ungestört und frisch im Kopf. Außerdem kann in drei sehr fokussierten Stunden enorm viel abgearbeitet werden. Um Erschöpfung zu vermeiden, gehe ich aktuell mit meiner Tochter ins Bett, lese dann noch ein paar Seiten in einem schönen Buch und schlafe meist um 21:30 Uhr schon. Schaut ganz individuell was bei euch gut funktionieren kann.

Mein Tipp: Wenn ihr sehr frühe oder späte Zeiten zum Arbeiten nutzen wollt, entscheidet euch, sofern das möglich ist, für eine von beiden Tageszeiten. Denn euer Körper braucht mit der Doppelbelastung jetzt auch genug Zeit zum Ausruhen. Je erholter ihr seid, desto fokussierter könnt ihr arbeiten.

4) Schafft euch zu viel ungestörte Arbeitszeit wie möglich:

Wir brauchen Deep Work Phasen um hochkonzentriert an komplexen Aufgaben zu arbeiten. Ich empfehle während dieser Homeofficephase dafür zu sorgen, soviel ungestörte Fokusarbeitszeit zu schaffen wie nur möglich. Für mich als Alleinerziehende funktioniert das indem ich morgens die Schlafzeit und Medienzeit meiner Tochter nutze. Elternpaare haben da natürlich noch vielfältigere Möglichkeiten:

Medienzeit bewusst einsetzen:

Hinzu kommen täglich zwei Stunden Medienzeit, in denen ich fokussiert arbeite. Konkret bedeutet das 30 Minuten Lernapp und 90 Minuten Filmzeit. Ich setzte ihr einen Timer und sie ist selbstständig genug um sich alles alleine einzustellen, sodass ich mich für ganze 2 Stunden ungestört zurückziehen kann. Mein Tipp: plant die Medienzeit so, dass ihr nicht zwischendurch aufstehen und eine neue Serie einstellen müsst. Die ungestörten Stunden, die ihr durch Medienzeit gewinnt sind absolut wertvoll. Außerdem hilft es, euren Kids einen Timer oder Wecker zu setzen, um das Ende der Medienzeit einzuläuten. Das unterstützt euch dabei konsequent den Protest der Kinder durchzustehen, wenn es darum geht die Medienzeit zu beenden. Viele Kinder werden nach langem Medienkonsum unleidlich. Hier ist es hilfreich, wenn ihr im voraus gemeinsam mit den Kindern eine Lieblingsaktivität plant, auf die sie sich freuen können oder danach Zeit draußen verbringt. Womöglich haben sie kurzzeitig keine Lust mehr darauf und protestieren aber lasst euch davon nicht entmutigen.

Jetzt ist Zeit für echte Gleichberechtigung:

Wenn zwei Elternteile in der Familie sind, gibt es verschiedene Betreuungsmöglichkeiten um die jeweilige Fokusarbeitszeit zu erhöhen: Idealerweise teilt ihr euch die Betreuung 50/50 auf und habt jeweils entsprechend ungestörte Arbeitszeiten in separaten Räumen. Schaut hier wie viele Wochenarbeitsstunden ihr jeweils mit der wechselseitigen Betreuung abdecken müsst und teilt euch entsprechend auf. Damit ihr die Arbeitsstunden von euch beiden in einem Tag unterbringen könnt, nutzt die Schlafzeiten der Kinder und schafft beispielsweise Arbeits- und Betreuungsblöcke von 5 bis 13 Uhr und von 13 bis 21 Uhr. Sind euch die Randzeiten zu früh oder zu spät und wollt ihr sie verändern, vergrößert sich das Zeitfenster in denen ihr beide gleichermaßen arbeitet und für die Betreuung zuständig seid. Oft haben auch beide Partner*innen die gleichen bevorzugten Arbeitszeiten zwischen 8 und 16 Uhr in denen wichtige Termine oder Telefonkonferenzen stattfinden. Tragt all diese Faktoren in euren individuellen Plan mit ein und sprecht mit euren Partner*innen und Teams darüber was gute, gleichberechtigte Lösungen sind.

Auch die Arbeitgeber*innen und Kolleg*innen in die aktuellen Herausforderungen mit einbeziehen – Beispiel Telefonkonferenzen:

Meiner Erfahrung nach können je nach Alter und Befinden der Kinder Telefonkonferenzen auch vom betreuenden Elternteil gut übernommen werden. Denn im Team fällt es viel leichter nach einer kurzen Unterbrechung wieder den Einstieg und Fokus zu finden. Schaut, womit sich eure Kinder in dieser Zeit gut und gerne beschäftigen und nur gelegentlich eure Aufmerksamkeit brauchen. Hilfreich sind hier:

  • ein separater Raum zum anderen arbeitenden Elternteil
  • eine gute Vorbereitung für die Betreuung des Kindes
  • Verständnis im Team und
  • ein gutes Zeitmanagement während der Besprechung, von der wiederum alle profitieren.

Der Vorteil der Corona-Krise liegt darin, dass wir alle lernen in einer extrem herausfordernden Zeit zu arbeiten und uns vielem Neuen öffnen. So auch dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In dieser Zeit können Eltern selbstbewusster denn je Verständnis ihrer Vorgesetzten und Kolleg*innen einfordern und bei einer Telefonkonferenz eventuelle Anwesenheit und Unterbrechungen durch Kinder von vornherein ankündigen. Mein Tipp: je ruhiger und gelassener wir auf Unterbrechungen regieren, desto besser können wir sie in der Regel entschärfen.

Wenn 50/50 noch nicht geht, dann gebt die morgendliche und abendliche Betreuung ab:

In vielen Familien sind die Geschlechterverhältnisse auch während Corona und fehlender Kita- und Hortbetreuung noch so ausgeprägt, dass der Mann Vollzeit arbeitet und die ebenfalls erwerbstätige Frau ihm dabei durch die volle Verantwortung für Haushalt und Kinderbetreuung den Rücken freihält. Aktuell bedeutet das häufig, dass Väter meist unbeeinträchtigt von der Heimbetreuung der Kinder von 9 bis 17 Uhr arbeiten und Frauen versuchen ihre Erwerbsarbeit während der Kinderbetreuung zu leisten. Meine Empfehlung: Lasst in solchen Fällen die Väter die komplette morgendliche und abendliche Betreuung der Kinder sowie die Verantwortung fürs Aufstehen und ins Bett bringen, Frühstück und Abendessen übernehmen. So habt ihr Zeit früh aufzustehen, euch zurückzuziehen und beispielsweise von 5 bis 8:30 Uhr ungestört zu arbeiten und dann nochmal am frühen Abend also von 17:30 bis 20 Uhr zu arbeiten. Das sind schon 6 effektive Arbeitsstunden pro Tag und wenn tagsüber Telefonkonferenzen oder dringende Mails anfallen, könnt ihr die auch während der Medien- oder Spielzeit der Kids nutzen und auf weitere 1 bis 2 Arbeitsstunden kommen. Schaut was für euch gut funktioniert.

5) Arbeitszeit effektiv nutzen: To Dos am Ende des Arbeitstages aufschreiben und priorisieren und die Spielzeit der Kinder vorbereiten:

Einen großen Vorteil am Homeoffice in der aktuellen Krise liegt darin, dass unsere Arbeitstage und To Dos im Voraus planbar sind: Das könnt ihr als Routine direkt am Ende eurer Arbeitszeit machen. Das gibt euch einen guten Abschluss und ermöglicht euch am kommenden Tag einen effektiven Einstieg. Es dauert in der Regel nicht länger, als 10 Minuten die To Dos des folgenden Arbeitstages auszuschreiben und zu priorisieren. Schreibt alle To Dos auf. Ihr werdet feststellen, dass die Listen meist hoffnungslos zu lang sind. Also ist es wichtig, im nächsten Schritt mit dem Eisenhower-Prinzip Prioritäten zu setzen. Diese Methode hilft euch, ganz schnell alle To Dos nach Wichtigkeit aufzuteilen: Unterteilt dafür ein Blatt in vier Spalten. In die erste Spalte notiert ihr, was dringend erledigt werden muss oder eine naheliegende Deadline hat. In die zweite Spalte tragt ihr ein, was wichtig aber nicht dringend ist und setzt direkt einen Termin fest, wann es erledigt werden muss. In die dritte Spalte schreibt ihr all die Aufgaben, die delegiert werden können. An vierte Stelle kommen die Dinge, die weggelassen werden. Mein Tipp: Hebt eure To-Do-Listen der kommenden Wochen auf und schaut in ein paar Wochen welche To Dos regelmäßig in der vierten Spalte also der Kategorie „unwichtig“ gelandet sind. Eventuell macht es Sinn, diese To Dos langfristig aus eurem Aufgabenbereich zu streichen.

Wenn ihr alle To Dos aufgeschrieben und priorisiert habt, könnt ihr am nächsten Tag, viel leichter in eure Arbeit einsteigen und eure Zeit effektiv nutzen, indem ihr konsequent abarbeitet, was ansteht.

Wenn ihr nicht um Arbeitszeit herum kommt, in denen ihr gleichzeitig eure Kinder betreut, so wie ich, weil kein*e Partner*in da ist, ist es absolut hilfreich, auch die Spielzeiten eure Kinder gut vorzubereiten: Überlegt euch was eure Kinder alles brauchen während ihr arbeitet. Snacks, Getränke, Spielsachen, Hörspiele, Musik, Kuschelhöhle usw.? Bereitet alles vor, was eure Kids brauchen und wo sie alleine nicht herankommen. Schaut je nach Alter und Bedürfnis eurer Kinder, ob sie gerne alleine in ihren Zimmern spielen oder sich lieber im gleichen Raum aufhalten wie ihr. Entsprechend solltet ihr Ohropax oder Kopfhörer für euch selbst mit einplanen, damit euch die Spielgeräusche nicht so stören. Je nach Interesse eurer Kinder könnt ihr Spielecken, Bastelstationen oder ein eigenes kleines Homeoffice aufbauen, wo sie euch nachspielen können. Bevor die Arbeitszeit losgeht nochmal prüfen ob alles da ist was eure Kinder brauchen und dann ganz bewusst die Entscheidung treffen, dass ihr jetzt mit der Arbeit beginnt und nicht bei jedem Rufen aufsteht und tut wonach verlangt wird. Manchmal kann es sein, dass eure Kinder im freien Spiel aufgehen und sich selbst sehr gut beschäftigen. An anderen Tagen ist das Gegenteil der Fall. Hilfreich für mich ist in solchen Phasen, dass ich mich bewusst dafür entscheide, mich von Unterbrechungen nicht unter Druck setzten zu lassen und immer wieder aufs Neue den Fokus auf die Arbeit richten kann.

6) Arbeiten während die Kinder wirbeln: diese Methode hilft mir seit Jahren:

Die Pomodoro-Methode hat meine Homeofficearbeit mit Kind revolutioniert. Sie hilft dabei, auch kleinste Zeiteinheiten effektiv zu nutzen und gibt uns eine Struktur, die uns mental dabei unterstützt mit den Unterbrechungen von Kindern gut umzugehen:

Die Methode basiert darauf, 25 Minuten fokussiert zu arbeiten und dann 5 Minuten bewusst Pause zu machen und Entspannung zu haben. Die Theorie hinter diese Methode besagt, dass unser Gehirn nicht länger als 30 Minuten fokussiert arbeiten kann und sich, wenn wir ihm keine bewussten Pausen gönnen, Ablenkung sucht. Dann blicken wir nämlich aufs Handy, schweifen in Gedanken ab, holen uns was zu essen oder öffnen einen neuen Tab und fangen an zu googeln.

Fürs Homeoffice mit Kind habe ich diese Methode abgewandelt. Ich arbeite mit dem Timer und weiß, dass sich meiner Tochter wunderbar 25 Minuten beschäftigen kann oder das, falls sie mit irgendetwas ankommt, ich sie ohne schlechtes Gewissen auf die Pause in spätestens 25 Minuten vertrösten kann. Das erleichtert mir den Einsteig. Wenn mich nach 25 Minuten der Timer zu einer Pause auffordert, meine Tochter bisher aber nicht nach mir verlangt hat und gerade ruhig spielt, nehme ich nur ein paar tiefe Atemzüge und arbeite einfach weiter. Kommt in der nächsten Arbeitseinheit eine Unterbrechung, in der ich wirklich gebraucht werde, nutze ich einfach dann meine Pause. Diese kann dann auch etwas länger sein. Manchmal helfen auch schon 10 oder 15 Minuten intensive Aufmerksamkeit um das Bedürfnis der Kinder nach Nähe oder Unterhaltung zu stillen. Für uns Eltern macht es mental einen wesentlichen Unterschied, ob wir meinen unterbrochen zu werden oder eine Pause einzulegen.

Diese Methode gibt mir die nötige Struktur, um nach jeder Unterbrechung wieder fokussiert einzusteigen. Nach vier Durchläufen gibt es bei der Pomodoro-Methode eine Pause von 15 Minuten. Bei der Betreuung der Kinder empfehle ich hier eine längere Pause von 30 Minuten oder einer ganze Stunde, beispielsweise zum Mittagessen. Dabei versuche ich den Druck der Arbeit hinter mir zu lassen, präsent zu sein und Spaß zu haben. Wenn es danach nochmal mit vier Durchläufen weitergeht, sind insgesamt schon vier Stunden auf meinem Arbeitskonto. Je nach Alter der Kinder ist es hier auch hilfreich die Zeit für sie zu visualisieren, damit sie nicht permanent ankommen und fragen, wann denn endlich Pause ist. Wecker, Stoppuhren oder Sanduhren die es für 30 oder 60 minütige Durchläufe gibt, eignen sich hier sehr gut.

Egal wie wir es machen, es ist wichtig, unseren Kindern zuzutrauen, dass sie auch mal was alleine machen und uns immer wieder von Neuem auf das Experiment einzulassen. Bereitet euch darauf vor, kürzer und fragmentiert zu arbeiten, also in verschiedenen kleineren Zeitfenstern über den Tag verteilt, je nachdem wie es eure individuelle Situation zulässt und fangt an, auch kurze Zeiteinheiten als effektive Arbeitszeit zu schätzen.

Luisa hanke

DGB / Sarah Russ

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