Deutscher Gewerkschaftsbund

Welches Elterngeld zu dir passt (und wie es funktioniert)

Für ab dem 01.07.2015 geborene Kinder haben Eltern Anspruch auf das neue ElterngeldPlus. Eltern können sich nun zwischen dem „alten“ Elterngeld und dem „neuen“ Elterngeld entscheiden, die beiden Formen aber auch miteinander kombinieren. Dies mag kompliziert klingen, ist es aber nur auf den ersten Blick! Einen kurzen Überblick über die verschiedenen Elterngeldformen bekommst du hier.

Kleines Mädchen schaut durch ein Fernglas

DGB/Igor Yaruta/123rf.com

Wer kann Elterngeld beziehen?

Elterngeld gibt es für Arbeitnehmer_innen, Beamte, Selbstständige und erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende. Diese können Elterngeld beziehen, wenn sie das Kind zuhause betreuen und ihre durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nach der Geburt 30 Stunden nicht überschreitet.

Das Elterngeld (auch Basiselterngeld)

Wenn du für die Betreuung deines Kindes deine Erwerbstätigkeit vorübergehend unterbrichst oder reduzierst, dann hast du kein oder weniger Einkommen im Monat zur Verfügung. Hier soll das Elterngeld einen Ausgleich schaffen und dich finanziell entlasten. Das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt, wobei diese Monate frei unter den Elternteilen aufgeteilt werden können. Jedes Elternteil kann mindestens zwei und maximal zwölf Monate Elterngeld beziehen. Die zwei weiteren Monate können nur in Anspruch genommen werden, wenn das andere Elternteil mindestens zwei Monate in Elternzeit geht, sogenannte „Partnermonate“. Alleinerziehende können die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Die Höhe des Elterngeldes ist davon abhängig, wie viel du vor der Geburt netto verdient hast, wie viel also tatsächlich nach Steuern und Sozialabgaben auf deinem Konto gelandet ist. Es werden monatlich mindestens 300 Euro und maximal 1800 Euro Elterngeld ausgezahlt. Hierbei deckt das Elterngeld das vorherige Einkommen mindestens zu 65 Prozent ab.

Das (neue) ElterngeldPlus

Das ElterngeldPlus wurde vor allem geschaffen, um den Wünschen vieler Eltern nach einer Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezugs nachzukommen. Statt einem Elterngeldmonat können nun zwei ElterngeldPlus-Monate genommen werden. Damit kann nun das Elterngeld langfristiger bezogen werden. Auch beim ElterngeldPlus gibt es einen Partnerschaftsbonus von je vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten, wenn beide Elternteile gleichzeitig für vier Monate jeweils 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten und gemeinsam ihren Nachwuchs betreuen.

Die Höhe des ElterngeldPlus beträgt ungefähr die Hälfte des Basiselterngeldes, also mindestens 150 Euro und maximal 900 Euro. Bei Mehrlingsgeburten ab dem 01.07.2015 wird pro weiterem Kind ein Mehrlingszuschlag von 300 Euro gezahlt. Mehrkindfamilien mit kleinen Kindern profitieren vom so genannten Geschwisterbonus: Sie erhalten einen Zuschlag von 10 Prozent des sonst zustehenden Elterngeldes, mindestens aber 75 Euro.

WICHTIG: Du kannst beide Elterngeld-Varianten frei miteinander kombinieren, aber auch nur eine Variante in Anspruch nehmen!

 

Weitere Informationen:

  • Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat alle Informationen in der Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ zusammengestellt. Auf den letzten Seiten findest du die Anlaufstellen in den einzelnen Bundesländern.
  • Der Elterngeldrechner des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berechnet nicht nur die zukünftigen Elterngeldansprüche sondern kann auch als umfangreiches Informations- und Planungstool genutzt werden, um beispielsweise verschiedene Elterngeldvarianten durchzuspielen.
  • Die neue Broschüre "ElterngeldPlus - ein Leitfaden für Betriebs- und Personalräte" unseres Schwesternprojekts bietet neben einem Zeitplan vor allem Informationen zur betrieblichen Umsetzung von ElterngeldPlus.
  • Beispiele zur partnerschaftlichen Aufteilung der Elternzeit zeigt das dazugehörige Plakat auf.
  • Wie soll es nach der Elternzeit weitergehen? Wie kann ich meinen Wiedereinstieg aktiv gestalten? Informationen zum Wiedereinstieg plus Wiedereinstiegsrechner.

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