Deutscher Gewerkschaftsbund

Wie sich der Mindestlohn auf den Gender Pay Gap auswirkt

In Sachen Mindestlohn hagelte es harsche Kritik, viele Befürchtungen wurden laut. Nun stellt sich heraus: Er kostet keine Arbeitsplätze, er schafft sie sogar! Wie wirkt sich der Mindestlohn nun auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aus? Eine Hochrechnung.  

Hand zählt Münzen

DGB/Simone M. Neumann

Zu Beginn des Jahres 2015 wurde in Deutschland endlich ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro eingeführt. Begleitet wurde dieser Schritt vom Lob der Gewerkschaften, aber auch vom Unmut der Wirtschaft - inklusive der Drohung, Arbeitsplätze würden durch den nun zu bezahlenden Mindestlohn gefährdet. Letzteres hat sich bislang nicht bewahrheitet. Interessant wäre es jedoch, welche anderen Auswirkungen die Einführung des Mindestlohns mit sich bringt.

Mindestens 8,50 € - für alle!

Diesen Gedanken hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) aufgegriffen und sich mit den Neuerungen auseinandergesetzt. Auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels von 2012 (SOEP) simulierten die Wissenschaftler_innen die Mindestlohneinführung um herauszufinden, welche Effekte die garantierten 8,50 Euro/Stunde auf die Einkommensstruktur von Frauen und Männern haben könnte.

Effekte auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit

Liegt die geschlechtsspezifische Lohnlücke bei 22 Prozent (Destatis) beziehungsweise 19,6 Prozent (HWWI), verringert sich der errechnete Gender Pay Gap um etwa 2,5 Prozent. Der Mindestlohn hilft demnach vor allem Menschen in sehr niedrig bezahlten Beschäftigungsverhältnissen. Da diese Tätigkeiten zum großen Teil Frauen übernehmen, ist der Mindestlohn gerade für sie eine gute Unterstützung auf dem Weg zu ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit!

 

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