Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildung in Schule oder Betrieb? Das musst du beachten

Du hast dich für eine Berufsausbildung entschieden und stehst vor der Wahl: Betrieblich oder schulisch? Hier erfährst du mehr über die (finanziellen) Auswirkungen.

DGB/Was verdient die Frau?

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Du hast dich dafür entschieden, eine Ausbildung zu machen – gute Wahl! Wie sich die nächsten Jahre für dich gestalten, bestimmen sowohl die von dir gewählte Ausbildung, als auch darüber hinaus das jeweilige Ausbildungssystem: dual – also betriebliche Praxis in Verbindung mit dem Besuch einer Berufsschule – oder eine schulische Ausbildung in Vollzeit.

Deine Ausbildungsvergütung

Duale Ausbildungsplätze gehen zumeist mit einer höheren Vergütung einher, gleichwohl nutzen diese Option eher männliche als weibliche Auszubildende. Schulische Ausbildungen sind häufig im sozialen Bereich angesiedelt und bilden für Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufe aus. Frauen und Mädchen sind hier deutlich in der Überzahl: Im Gesundheitswesen sind fast 80% aller Auszubildenden in schulischer Ausbildung weiblich (Pimminger 2012).

Schulische Ausbildungen sind im Gegensatz zu den dualen Ausbildungen nicht vergütet und sogar zum Teil schulgeldpflichtig. Das heißt, während deiner Ausbildung an einer speziellen Schule verdienst du kein eigenes Geld und musst eventuell zusätzlich Schulgebühren bezahlen. Es kann auch passieren, dass dir die Zeit, in der du die schulische Ausbildung absolvierst, nicht als Erwerbstätigkeit angerechnet wird und sie dadurch nicht in deine Rentenbezüge eingeht.

Die Weichen kannst du jetzt stellen

Zwischen Frauen und Männern entsteht also schon bei der Wahl der Ausbildungsart ein Einkommensgefälle: Duale, männlich dominierte Ausbildungen sorgen für ein eigenes Ausbildungsgehalt. Bei weiblich dominierten, schulischen Ausbildungen entfällt nicht nur dein Entgelt, sondern du musst für die Ausbildung finanziell aufkommen und du hast womöglich noch weitere langfristige Belastungen durch fehlende Rentenversicherungszeiten.

Die Wahl zwischen dualer und schulischer Ausbildung sollte also keineswegs leichtfertig getroffen werden – es lohnt sich, langfristige Auswirkungen genauer unter die Lupe zu nehmen und traditionelle Rollenbilder zu überdenken. Bist du gut informiert, kannst du eventuellen Stolpersteinen bewusst aus dem Weg gehen und deine Ausbildungszeit in vollen Zügen genießen! Unterstützung im Arbeitsleben und weitere Informationen zu Ausbildungen und Vergütung erhältst du natürlich bei deiner Gewerkschaft und der DGB Jugend.

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