Deutscher Gewerkschaftsbund

In 10 Schritten zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit – Unsere Tipps für dich!

Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist eng verknüpft mit einer guten Finanzplanung. Dabei geht es um folgende Fragen: Wie kann ich mit meinem Geld so umgehen, dass es bis zum Monatsende reicht oder ich am besten noch Etwas auf die Seite legen kann? Was kann ich tun, um mich gegen unvorhersehbare Kosten, wie z. B. die kaputte Waschmaschine, abzusichern?

Wir haben 10 Tipps gesammelt, um dich auf deinem Weg zur eigenen Existenzsicherung zu unterstützen.

Händer mit Taschenrechner

DGB/Grogoryeva/123rf.com

 

1. Absichern

Du hast die letzte Prüfung bestanden, den ersten Arbeitsvertrag unterschrieben, bist dabei in eine neue Lebensphase einzusteigen… Verständlich, dass du gerade ganz andere Dinge im Kopf hast, als Versicherungen. Dennoch ist es gerade zu diesem Zeitpunkt wichtig zu überlegen, welche Stolpersteine dir auf deinem Lebensweg bis zum Alter begegnen können. Hast du jetzt schon an eine Haftpflichtversicherung gedacht? Dadurch kannst du mögliche anfallende Zahlungen umgehen, wenn du z. B. ungewollt einer Person Schaden zufügst (Stichwort: Unfall). Weitere existenzielle Risiken sind Erwerbsminderung z. B. durch eine Krankheit (Berufsunfähigkeitsversicherung), vorzeitiger Tod (Absicherung der Hinterbliebenen, d. h. Ehepartner_in und Kinder durch eine Lebensversicherung) und das sogenannte „Langlebigkeitsrisiko“ (zusätzliche private Rentenversicherung).

2. Weg mit den Schulden

Wen du zum Beispiel eine Rate für ein Auto abbezahlst oder dir Geld geliehen hast, solltest du zunächst versuchen, die eigenen Schulden zu tilgen. Besonders beim überzogenen Konto fallen oft hohe Zinszahlungen an, die viel Geld verschlingen. Deshalb raten wir: Versuche so schnell es geht deine Schulden zu begleichen und bleibe auf deinem Konto im schwarzen Bereich. Hierfür kannst du dir z.B. selber ein Dispotlimit setzen.

3. Behalte den Überblick

Um Schulden zu vermeiden, ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Ein Trick dafür ist das gute alte Haushaltsbuch. In diesem kannst du genau festhalten, wann du wofür, wie viel Geld ausgibst. Das verschafft einen Überblick über die Ausgaben. Wenn dir die Papiervariante zu altmodisch ist, kannst du die Ausgaben auch per App unterwegs festhalten. Den Kaffee mit Freund_innen oder die neuen Kopfhörer auch wirklich zu notieren, erfordert ein wenig Disziplin. Aber die Mühe lohnt sich, um einen Überblick zu gewinnen. Wenn du nicht nur die Ausgaben notierst, sondern diese auch nach Kategorien aufschreibst, ist es leichter zu erkennen, für welche Dinge du dein Geld ausgibst.

4. Ein Polster für unvorhersehbare Momente

Die alte Waschmaschine gibt den Geist auf und es muss dringend eine neue her. Um mit unvorhergesehenen Kosten nicht in die Schulden zu rutschen, ist es sinnvoll sich ein Polster anzulegen. Egal ob als Auszubildende, Studierende oder Berufseinsteiger_in – mit kleinen Beträgen von 20 oder 50 Euro im Monat, die du an die Seite legst, kannst du dich für solche Momente absichern.

5. Unabhängig die Finanzen planen

Egal ob du in einer Partnerschaft lebst oder Single bist – es ist wichtig zu wissen, wohin das gemeinsame oder individuelle „Finanz-Schiff“ steuert. Finanzen sind in längeren Partnerschaften oft mit dem Zusteuern auf gemeinsame Ziele verbunden: eine gemeinsame Urlaubskasse, eine gemeinsame Wohnung, ein gemeinsames Auto. Gut ist, wenn beide Partner_innen einen Blick auf die Finanzen werfen und Bescheid wissen. Trotz der gemeinsamen Ziele sind ein eigenes Konto und am besten auch eine persönliche Absicherung empfehlenswert.

6. Zepter nicht aus der Hand geben

Ach Finanzplanung… davon verstehe ich nichts, darum kümmert sich meine Partnerin oder mein Partner. Auf gar keinen Fall! Es ist ein Vorteil, wenn sich jemand mit Finanzen auskennt. Dennoch ist es wichtig, selbst den Überblick zu behalten und das Zepter nicht aus der Hand zu geben. Sich mit Finanzen auseinanderzusetzen erfordert manchmal etwas Mühe – aber es lohnt sich!

7. Gut durchdacht Entscheidungen treffen

Vor allem als Berufseinsteiger_in brechen Angebote für Versicherungen und Finanzanlagen auf dich ein. Da heißt es, Ruhe bewahren, tief durchatmen – sich nicht verrückt machen lassen. Eine gute Finanzplanung braucht einen kühlen Kopf. Statt sich von selbsternannten Expert_innen zu übereilten Vertragsschlüssen drängen zu lassen, hilft ein strukturiertes Konzept, um die Weichen zu stellen und die richtigen Prioritäten zu setzen. Nimm dir Zeit, lass dich beraten (am besten von unabhängigen Expert_innen, zum Beispiel der Verbraucherzentralen) und entscheide dann.

8. Orientierung behalten

Vermögen aufbauen – wer will das nicht. Und du kannst gar nicht früh genug damit beginnen. Bevor du beginnst, solltest du dir aber ein paar Gedanken machen über deine Möglichkeiten, deine Ziele und auch deine Risikotoleranz. Dabei solltest du dir folgende Fragen stellen: Welchen Betrag will/kann ich anlegen – einmalig oder regelmäßig? Wie lange brauche ich auf dieses Geld vermutlich nicht zugreifen? Für was möchte ich das Geld eigentlich zur Seite legen? Wie viel Risiko kann ich akzeptieren? Wie gut kenne ich mich mit Finanzanlagen aus und wie intensiv möchte ich mich um meine Finanzanlagen kümmern? Wenn du Antworten auf alle diese Fragen aufgeschrieben hast, kannst du dich gut vorbereitet in den Finanzdschungel begeben. Um im Finanzdschungel den Durchblick zu behalten, guck dir unser Webinar „Money, money, money… Nimm deine Finanzen selbst in die Hand!“ an. Dort gibt es Tipps und Tricks zum Thema Sparen, eigene Existenzsicherung und Vermögensaufbau.

9. Selbstvertrauen haben

Wenn dir bei einem Gespräch mit eine_r Finanzdienstleister_in oder deine_r Bankmitarbeitende_n nach der ersten Erklärung noch Dinge unklar sind, frage so lange nach, bis die letzten Unklarheiten ausgeräumt sind. Denn Fragen kostet nichts! Zu schnell ist ein Vertrag abgeschlossen, aus dem du später vielleicht nicht mehr so einfach herauskommst bzw. nicht klar ist, ob es wirklich ein Kostenvorteil für dich ist, diesen abzuschließen.

10. Jetzt schon an später denken!

Das Leben als Rentner_in scheint noch in weiter Ferne. Stimmt – aber es zeigt sich leider schon heute, dass unsere Gesellschaft altert und das zukünftige Rentenniveau wahrscheinlich niedriger ist, als das von unseren Großeltern. Deswegen ist es sinnvoll, sich langfristig eine Strategie zu überlegen, früh anzufangen und zusätzlich privat vorzusorgen. Mehr Informationen sowie Tipps und Tricks zum Thema Altersvorsorge findest du in der Dokumentation unseres Webinars „Jung vorsorgen! Warum Rente jetzt schon zählt“.

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