Deutscher Gewerkschaftsbund

24.05.2017

Junge Frauen kommen zu Wort - Fabienne

Wer weiß besser was junge Frauen wollen, als sie selbst? Wir haben junge Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen zu ihrer Vorstellung von wirtschaftlicher Unabhängigkeit befragt.

Jede Frau verdient wirtschaftliche Unabhängigkeit, davon sind wir überzeugt! Mit unserem Projekt wollen wir die Frauen auf ihrem Weg dahin stärken und unterstützen. Besonders am Herzen liegt uns dabei den jungen Frauen eine Stimme zu geben, eine Möglichkeit sich zu äußern. Frauen, die sich z. B. gerade in der Ausbildung befinden, haben oft schon klare Vorstellungen von ihrem zukünftigen selbstbestimmten Leben. Wir haben sie darüber ausgefragt und spannende Einblicke bekommen.

Lachende junge Frau

DGB/Michael Simons/123rf.com

Fabienne, 22, Studentin, wird von ihren Eltern finanziell unterstützt

Fabienne studiert im fünften Semester und ist ihren Eltern dankbar dafür, dass sie sich um die Finanzierung ihres Studiums keine Sorgen machen muss. Dennoch nervt sie die Abhängigkeit zunehmend. Deshalb erhofft sie sich für die Zukunft wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Was bedeutet für dich wirtschaftliche Unabhängigkeit?

„Wirtschaftliche Unabhängigkeit sehe ich vor allem mit Blick auf die Zukunft. Ich möchte später mal nicht von meinem Partner abhängig sein und selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen können. Damit will ich nicht nur meine Grundbedürfnisse abdecken können, sondern mir auch eine schöne Freizeit ermöglichen. Und wenn ich eine alleinerziehende Mama wäre, dann müsste es natürlich auch für das Kind reichen. Dazu gehört dann natürlich auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das ist, glaube ich, aber auch die Traumvorstellung von allen jungen Menschen. Nicht nur von jungen Frauen, sondern auch von jungen Männern.“

Hast du gerade das Gefühl, dass du wirtschaftlich unabhängig bist?

„Nein, natürlich nicht. Ich werde ja von meinen Eltern finanziert, habe darüber allerdings mit meinen Eltern bereits geredet und die hätten das auch nicht gemacht, wenn es finanziell nicht möglich wäre. Ihnen ist es lieber, wenn wir Kinder uns voll auf unsere Bildung konzentrieren können. Ich bin natürlich auch froh, dass mir die Wohnung gezahlt wird und ich Geld für Essen bekomme, aber man möchte die Eltern natürlich auch nicht enttäuschen und irgendwie etwas zurückgeben. Und klar, dadurch bin ich natürlich nicht unabhängig und so langsam nervt das etwas. Ich habe mir jetzt gedacht, dass ich im Master auf jeden Fall noch nebenher arbeiten möchte, um dadurch etwas unabhängiger zu werden. Aber ich bin schon privilegiert und dafür bin ich meinen Eltern sehr, sehr dankbar.“

Was wünschst du dir bzw. wo siehst du Herausforderungen?

„Später möchte man natürlich einen guten Job bekommen. Aber grundsätzlich ist die Traumvorstellung schon die, dass man in ein Unternehmen oder eine Organisation kommt, wo man sich wohl fühlt und auch das Einstiegsgehalt stimmt. Die krasseste Herausforderung ist, denke ich, bestimmt das Kinderkriegen. Ich fand‘ es schön, dass meine Mama immer zuhause war. Aber Andererseits würde ich niemals 15 Jahre daheim bleiben wollen, nichts selbst verdienen und Gefahr laufen, dass am Ende etwas passiert und man keine Rente bekommt. Ich wünsche mir, dass man das alles mit dem Partner vereinbaren kann und der Arbeitgeber mitmacht und tolerant ist.“

Das Projekt bei

Test: Bist du wirtschaftlich Unabhängig?

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